Futuresport auf Sponsorensuche

06.05.2011 - Futuresport auf Sponsorensuche

Wenn Bayern München oder der VfB Stuttgart Sponsoren suchen, mangelt es nicht an Interessenten. Doch für den Kreisligaverein um die Ecke ist die Suche nach Geldgebern ein mühsames Geschäft. Wer hat schon Lust, beim Bäcker oder in der Metzgerei auf „Betteltour“ zu gehen. Hilfe verspricht die Firma Futuresport, die der Esslinger Thomas Pfender gegründet hat. Die Vertriebsprofis übernehmen die Sponsorensuche für die Vereine und kassieren dafür eine Provision.

Im Juli veranstaltet der SSV Zuffenhausen zum zweiten Mal sein großes Beach-Soccer-Turnier mit Mannschaften aus ganz Deutschland. Ohne Sponsoren wäre die dreitägige Veranstaltung nicht zu finanzieren. Doch damit hat Rolf Hasler, Leiter der Fußballabteilung, keine Probleme. Die Liste der Geldgeber ist lang - und was noch mehr überrascht: Es finden sich darauf nicht nur der Friseur, der Steuerberater und die Apotheke am Ort, sondern auch etliche Großunternehmen, zum Beispiel eine bundesweite Optikerkette, zwei große Banken und sogar der in Zuffenhausen ansässige Autobauer Porsche. „Dass sich solche Firmen bei unserer Veranstaltung engagieren, hätte ich im Leben nicht geglaubt“, staunt Rolf Hasler. Schließlich haben die Fußballer des SSV sportlich bislang kleine Brötchen gebacken: Beide Mannschaften spielen in der untersten Liga, der Kreisliga B.

Hartnäckigkeit ist gefragt

Dass die Abteilung trotzdem keine finanziellen Sorgen hat, verdankt sie der Firma Futuresport. Das Team um Firmengründer Thomas Pfender hat die Sponsoren an Land gezogen. Dahinter stecke kein besonderes Geheimnis, versichert Steffen Loistl, der bei Futuresport für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Man müsse eben ausdauernd und hartnäckig sein, um ans Ziel zu kommen. „Manchmal muss man 100 oder 200 Telefonate führen und dabei auch nach der 50. Absage noch freundlich bleiben“, erzählt Loistl.

Die meisten ehrenamtliche Vereinsfunktionäre haben dafür weder Zeit noch Lust - die Mitarbeiter von Futuresport schon. Schließlich fließt von jedem Euro, den die Sponsorenüberweisen, ein vertraglich festgelegter Prozentsatz in die Kasse des Unternehmens. Wie hoch diese Provision ist, wollen Pfender und Loistl allerdings nicht verraten. Sie betonen lediglich, dass die Einnahmen „fair verteilt“ würden.

Als Thomas Pfender die Firma vor vier Jahren gegründet hat, war der Esslinger gerade 21. Am Anfang hat er zusammen mit Freunden von zu Hause aus die Firmen abtelefoniert. Inzwischen hat seine Firma acht festangestellte Mitarbeiter und vor Kurzem schicke Büroräume im Cannstatter Karreé bezogen.

„Ich habe früher selbst in Vereinen Fußball gespielt und Rock’n’Roll getanzt. Daher weiß ich, wie schwer sich Vereine mit der Sponsorensuche tun“, erzählt der Firmenchef, der nebenher Informatik studiert. Bei seiner Geschäftsidee gebe es nur Gewinner, sagt Pfender. Die Vereine könnten ihre Einnahmen steigern, ohne ein Risiko einzugehen, denn Futuresport kassiert nur dann, wenn man bei der Sponsorensuche erfolgreich war. Und auch für die Unternehmer habe es Vorteile, wenn sich Profis um das Sponsoring kümmern: „Wir schauen danach, dass der Sponsor seine Gegenleistung erhält“, sagt Pfender. So kümmern sich die Mitarbeiter zum Beispiel um die Produktion von Werbebanden und sorgen dafür, dass Logos und Schriftzüge fehlerfrei auf Trikots und Trainingsanzüge übertragen werden. Außerdem erhält jeder Sponsor hinterher ein offizielles Dankschreiben des Vereins und eine Urkunde, die ihn als Förderer des Sports und der Jugend würdigt. „Man muss die Sponsoren eben auch betreuen“, weiß Thomas Pfender. Das werde in vielen Vereinen vernachlässigt.

Werbung für lettische Kicker

Bei den Vereinen kommt das Angebot gut an: „Das ist mehr oder weniger ein Selbstläufer“, sagt Steffen Loistl. 30 bis 40 Interessenten meldeten sich monatlich: „Wir können gar nicht alle nehmen, die bei uns anfragen.“ Die Vereine kommen aus ganz Deutschland und den unterschiedlichsten Sportarten: Sogar für ein Schachturnier an einer Schule habe man schon Geldgeber gefunden, erzählt Loistl. Und auch im Ausland ist Futuresport bereits aktiv: Zu den Kunden zählt neuerdings der lettische Fußball-Meister Skonto Riga. „Das ist sozusagen der FC Bayern in Lettland“, erzählt Loistl stolz. Grundsätzlich will sich das Unternehmen allerdings auf den Amateursport konzentrieren. Das sei lukrativer, weil Profi-Clubs oft „unverschämte Forderungen“ stellten, sagt Lositl.

Bei den kleinen Vereinen ist man für die Unterstützung dagegen dankbar: „Wir sind sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit“, sagt Rolf Hasler vom SSV Zuffenhausen. Deshalb sei es für ihn auch kein Problem, dass ein Teil der Sponsorengelder in die Kassen des Unternehmens fließt. Auf der Liste der Hauptsponsoren, die Futuresport für sein Beach-Soccer-Turnier geworben haben, hat Rolf Hasler übrigens auch eine Firma gefunden, die einem guten Freund von ihm gehört: „Auf die Idee, bei ihm nachzufragen, wäre ich nie gekommen.“

Quelle: http://www.esslinger-zeitung.de/lokal/esslingen/esslingen/Artikel709117.cfm
Autor: Kornelius Fritz

Tags: Futuresport

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