Wissenswerte Informationen rund um das Fahrrad-Ventil

Das Fahrrad-Ventil

Wissenswertes zum Fahrrad-Ventil

Dunlop hatte 1888 den ersten Pneumatik-Reifen erfunden, was den Einsatz eines Ventiles erforderlich machte. Es gibt drei Grundtypen von Fahrrad-Ventilen mit jeweils unterschiedlichen Baulängen. Diese möchte ich im Folgenden vorstellen.

Dunlop-Ventil

Dunlop-VentilDas Dunlop-Ventil ist in Deutschland und den Niederlanden am weitesten verbreitet. Benannt wurde es nach dem Erfinder John Boyd Dunlop und Gründer des gleichnamigen Reifenherstellers. Charakteristisch ist, dass Dunlop-/Blitz-Ventile in einem Stück Rohr stecken und mit einer überwurfmutter gesichert sind. Dadurch lassen sich die Ventile schnell und ohne Werkzeug wechseln.

Bei der ursprünglichen Dunlop-Bauart wird ein Ventileinsatz verwendet, auf dessen dünnem, nach unten geschlossenen Rohr mit seitlicher Bohrung ein dünner Ventilschlauch aus Gummi gezogen ist. Dieses Ventilgummi dient als Rückschlagventil. Die Konstruktion erfordert viel Kraft, um den Gegendruck im Schlauch mit der Pumpe zu überwinden. Eine Verbesserung stellt ein Ventil mit Kugel oder Zylinder aus Kunststoff oder Metall dar. Bei diesem lässt sich der Schlauch mit deutlich weniger Kraft aufpumpen. Zur Abgrenzung wurde diese Variante Automatic- oder Blitz-Ventil genannt. Heutzutage werden die Begriffe Dunlop- und Blitzventil als Synonym verwendet. Beide Bauarten sind verbreitet, die Form mit Gummischlauch als Rückschlagventil speziell im Niedrigpreissegment.

Die meisten Dunlop-Ventile sind nicht für höhere Drücke als 6 bar ausgelegt. Für Reifen ab 28 mm Reifenbreite werden ohnehin nicht mehr als 6 bar Luftdruck empfohlen. Hochdrucktaugliche Ventil-Ausführungen werden dennoch angeboten. Das Ventil hat einen Durchmesser von 8,5 mm und benötigt daher eine grössere Felgenbohrung.

Dunlop-Ventile benötigen eine eigene, passende Ventilaufnahme. Seit 2007 bietet die Firma Alligator Dunlop-Ventileinsätze an, die auch in Ventilaufnahmen von Sclaverand- und Schrader-Ventile passen.


Sclaverand-Ventil

Sclaverand-Ventil Das Sclaverand-Ventil ist hochdrucktauglich und kam früher ausschliesslich bei Rennrädern zum Einsatz. Inzwischen wird es auch bei allen anderen Fahrrad-Schläuchen verwendet. Das Ventil hat mit 6,5 einen kleinen Durchmesser und benötigt daher nur eine kleine Bohrung in der Felge. Beim Einsatz in grösseren Felgenbohrungen sollte ein Adapter verwendet werden, um einen festen Sitz des Ventils zu gewährleisten und ein Verbiegen oder Abreissen zu verhindern.

Voraussetzung für das Befüllen ist das Aufschrauben der kleinen Rändelmutter, die auf einem Gewindestift sitzt. Da das Ventil im Gegensatz zum Autoventil nicht von einer Feder, sondern durch den überdruck im Reifen geschlossen gehalten wird, muss es zum Pumpen nicht mechanisch geöffnet werden, sondern öffnet von selbst schon bei geringem Druckunterschied. Die Messung des Drucks während der Pumpenstösse ist möglich, wenn man eine geeignete Pumpe mit Manometer verwendet. Ein Manometer zum Aufstecken auf das Ventil öffnet den Gewindestift mechanisch, wodurch der wirkliche Reifendruck messbar ist. Beim Aufsetzen der Pumpe oder des Pumpenkopfes sollte man darauf achten, den Ventilschaft nicht zu verbiegen. Nach dem Aufpumpen muss die Rändelmutter wieder zugedreht werden.


Schrader-Ventil

Schrader-VentilDas Schrader-Ventil ist häufig bei Mountainbikes zu finden. Ausserdem wird es in Kraftfahrzeugen eingesetzt, daher wird es auch Autoventil genannt.

Beim Aufstecken des Pumpenkopfes oder eines Manometers wird im Ventil ein Stift heruntergedrückt, der es öffnet, so wird das Einströmen der Luft und die Messung des Drucks im Reifen ermöglicht. Handpumpen für Autoventile benötigen deshalb ein Rückschlagventil im Pumpenkopf. Ein Vorteil des Schrader-Ventils ist die Möglichkeit, die Reifen an Tankstellen ohne Verwendung von Adaptern aufpumpen zu können. Das Ventil hat mit 8,5 mm einen grossen Durchmesser und benötigt daher eine grössere Bohrung in der Felge.

Mit einer besonderen Ventilkappe, die auf der Oberseite einen Schraubendreher für Ventileinsätze besitzt und dazu umgekehrt aufgesetzt wird (sog Schlüsselventilkappe), lassen sich die Ventileinsätze von Schraderventilen einfach ein- und ausbauen und somit auch wechseln. Schlüsselventilkappen wurden vor einigen Jahrzehnten standardmässig mitgeliefert, müssen heute jedoch separat erworben werden.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Fahrradventil
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