Ein Ventil kostet Vettel den Titel

26.10.2010 - Ein Ventil kostet Vettel den Titel

Laut Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko hatte wohl ein Defekt an der Ventilsteuerung zu dem kapitalen Motorschaden geführt

Als sich auch der letzte Rest Tageslicht verabschiedete über der Baustellen-Strecke von Yeongam, schien sich Fernando Alonso nicht mehr einkriegen zu können vor lauter Lachen. Der Ferrari-Pilot hatte gerade als Erster die Ziellinie überfahren. Es war sein vierter Sieg in den letzten sieben Rennen, und er brachte ihm die Führung in der WM-Wertung ein. Der Spanier ist nun, bei nur noch zwei ausstehenden Saisonrennen, der Topfavorit auf den Titel.

Der Hauptgrund für Alonsos gleichzeitig kindlich und höhnisch klingenden Lachanfall, stand derweil vor dem Boxengebäude und suchte, gequält lächelnd, nach Erklärungen für das Unerklärliche. „Ich habe alles richtig gemacht und zu jeder Zeit den Rest des Feldes im Griff gehabt. Von daher daher bin ich mit dem Wochenende eigentlich zufrieden“, sagte Sebastian Vettel, der natürlich alles andere als zufrieden war mit seinem Wochenende.

Zehn Runden vor Schluss dieses chaotischen Premieren-Rennens in Südkorea, das wegen der zu nassen Strecke erst mit zehnminütiger Verspätung gestartet, dann aus Sicherheitsgründen wieder abgebrochen und lange einer Prozession hinter dem Sicherheitswagen ähnelte, war der Renault-Motor von Vettels Red Bull in Rauch aufgegangen. „Der Motorschaden kam völlig überraschend, da hatte sich nichts angekündigt“, meinte Vettel. Laut Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko hatte wohl ein Defekt an der Ventilsteuerung zu dem kapitalen Motorschaden geführt – und Vettel, der das Rennen bis dahin souverän dominiert und seine erste WM-Führung vor Augen hatte, so wohl endgültig den ersehnten Titel kostete.

Renault-Chefingenieur Fabrice Lom entschuldigte sich „im Namen des ganzen Unternehmens beim ganzen Team für den Motorschaden an Sebs Auto“, doch das hilft dem Heppenheimer, der seinen Wagen nach dem Motorplatzer sogar selbst gelöscht hatte, natürlich nichts. Auch mit den tröstenden Worten seines Teamchefs Christian Horner, der meinte, Vettel sei „der Sieg auf grausame Weise genommen“ worden und seinem Piloten ansonsten ein „perfektes Rennen“ attestierte, wird Vettel recht wenig anfangen können.

Die Fakten sind schließlich eindeutig: Zwei Rennen vor Schluss liegt Vettel nun mit 25 Punkten Rückstand auf Alonso nur noch auf WM-Rang vier. Ausgerechnet Vettels Teamkollege Mark Webber, der seinen Wagen gestern kurz nach dem Neustart des Rennens durch einen Fahrfehler gegen eine Mauer setzte und ausschied, profitierte am meisten von Vettels Ausfall. Webber liegt mit elf Punkten Rückstand auf WM-Rang zwei – und rechnet nun wohl auch mit der Schützenhilfe Vettels. „So leid mir das aus deutscher Sicht tut: Aber ich denke, dass Sebastian jetzt auch Mark und dem Team dabei helfen muss, den Titel einzufahren“, sagte Ex-Formel-1-Fahrer und RTL-Experte Ralf Schumacher.

Für Vettel, dessen Verhältnis zu Webber als unterkühlt gilt und der auch bei den Teambossen eigentlich als die Nummer 1 gilt, wäre die Rolle als Wasserträger wohl die Höchststrafe. Direkt nach dem Rennen konnte Vettel sich mit dieser Rolle auch noch nicht so recht anfreunden und übte sich stattdessen in Zweckoptimismus: „Ich glaube ich bin der Letzte, der aufgibt“, sagte er, „die Chance auf den Titel besteht. Es ist noch nicht vorbei. Man sieht ja, wie schnell etwas passieren kann. Wir haben immer noch die Chance, Weltmeister zu werden. Zwei Rennen haben wir noch.“

Zwei Rennen, die Vettel tunlichst beide gewinnen müsste. Und außerdem sollte Alonso nicht besser platziert sein als auf Rang vier. Ein beinahe hoffnungsloses Unterfangen.

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